Investor Philipp Dommermuth plant in Remscheid-Lennep das modernste und nachhaltigste („grünste“) Outlet-Center Europas.
Wir als BI-Lennep sagen dazu:
Ein Outlet-Center ist kein progressives Projekt, auch wenn lokale Politiker, Verwaltung und Medien uns dies mit großer Beharrlichkeit seit Jahren einreden wollen.
Denn:
Wo eine schmutzige Industrie selbst auf Ausbeutung und Verschwendung beruht, kann kein Projekt wirklich sauber und umweltfreundlich sein. So wie es kein richtiges Leben im Falschen gibt (Adorno), kann es auch kein grünes Outlet in einer derart umwelt- und gesundheitsschädlichen Branche geben.


Gravierender sind jedoch die Folgen bei der Herstellung und Entsorgung von Kleidung für Mensch und Umwelt in anderen Teilen der Welt. Unten einige Aspekte und Links hierzu.
Die Schattenseiten von Outlet-Centern: Vom Baumwollfeld bis zur Müllkippe
Outlet-Center gelten für viele Verbraucher als Paradiese des Konsums: Markenware zu scheinbar günstigen Preisen verspricht ein gutes Geschäft. Doch hinter den glänzenden Fassaden verbirgt sich eine komplexe und problematische Lieferkette, die sowohl Umwelt als auch Menschen belastet. Ein kritischer Blick auf die gesamte Wertschöpfung – vom Baumwollanbau über die Produktion bis hin zur Entsorgung – offenbart die wahren Kosten dieser Konsumwelt.
Wasserverbrauch: Der unsichtbare Preis der Baumwolle
Die Grundlage vieler Textilien ist Baumwolle – ein Naturprodukt, das jedoch enorme Mengen Wasser benötigt. Für die Herstellung eines einzigen Baumwoll-T-Shirts werden im Durchschnitt etwa 2.700 Liter Wasser verbraucht. In Ländern mit ohnehin knappen Wasserressourcen wie Indien oder Usbekistan führt dieser Bedarf zu massiven ökologischen Problemen. Der Aralsee, einst einer der größten Seen der Welt, ist durch den intensiven Baumwollanbau beinahe vollständig ausgetrocknet. Diese Entwicklung zeigt eindrücklich, wie der globale Modekonsum direkte Auswirkungen auf weit entfernte Ökosysteme hat.
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Produktionsbedingungen: Billigmode auf Kosten von Menschen
Die günstigen Preise in Outlet-centern sind oft nur möglich, weil entlang der Lieferkette gespart wird – insbesondere bei den Arbeitskosten. Ein Großteil der Kleidung wird in Ländern wie Bangladesch, Vietnam oder Kambodscha produziert, wo Arbeiterinnen und Arbeiter unter schlechten Bedingungen arbeiten. Niedrige Löhne, lange Arbeitszeiten und mangelnder Arbeitsschutz sind häufig die Realität.
Tragische Ereignisse wie der Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudes im Jahr 2013, bei dem über 1.100 Menschen ums Leben kamen, haben die Welt auf diese Missstände aufmerksam gemacht. Doch trotz solcher Katastrophen hat sich an vielen Orten kaum etwas geändert. Auch Markenprodukte, die später in Outlet-Centern landen, stammen oft aus denselben Fabriken wie Billigware.
Umweltverschmutzung: Chemikalien und CO₂-Emissionen
Neben dem hohen Wasserverbrauch ist auch die Umweltbelastung durch chemische Prozesse erheblich. Beim Färben und Veredeln von Textilien kommen zahlreiche giftige Substanzen zum Einsatz, die oft ungefiltert in Flüsse geleitet werden. Dies führt nicht nur zur Zerstörung von Ökosystemen, sondern gefährdet auch die Gesundheit der lokalen Bevölkerung.
Hinzu kommt der CO₂-Ausstoß durch die globale Produktion und den Transport der Waren. Baumwolle wird häufig in einem Land angebaut, in einem anderen gesponnen, in einem dritten genäht und schließlich weltweit verkauft. Diese langen Transportwege tragen erheblich zum Klimawandel bei.
Umweltzerstörung bei der Produktion von Kleidung – YouTube
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Outlet-Center: Teil eines problematischen Systems
Outlet-Center tragen aktiv zur Dynamik der „Fast Fashion“ bei. Sie ermöglichen es Marken, Überproduktionen schnell abzusetzen und neue Kollektionen in noch kürzeren Zyklen auf den Markt zu bringen. Statt Nachhaltigkeit zu fördern, verstärken sie den Konsumdruck: Kunden kaufen mehr, weil die Preise niedriger erscheinen – oft Dinge, die sie eigentlich nicht benötigen.
Zudem handelt es sich bei Outletware nicht immer um überschüssige Lagerbestände. Ein wachsender Teil wird speziell für den Verkauf in Outlets produziert – häufig mit geringerer Qualität und dennoch unter Verwendung derselben problematischen Produktionsmethoden.
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Entsorgung: Das zweite Leben der Kleidung – oder ihr Ende
Die Lebensdauer vieler Kleidungsstücke ist heute erschreckend kurz. Was nicht mehr gefällt oder passt, landet oft im Altkleidercontainer. Doch auch hier endet das Problem nicht. Ein Großteil der gesammelten Kleidung wird in Entwicklungsländer exportiert, wo sie lokale Märkte überschwemmt und traditionelle Textilindustrien verdrängt.
Der Rest wird verbrannt oder auf Deponien entsorgt. Dabei entstehen erneut Umweltbelastungen, etwa durch Mikroplastik oder giftige Dämpfe. Selbst recycelbare Materialien werden oft nicht wiederverwertet, da Mischgewebe schwer zu trennen sind.
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Fazit: Konsum hinterfragen
Outlet-Center erscheinen auf den ersten Blick als attraktive Einkaufsmöglichkeiten, doch sie sind eng mit einem globalen System verknüpft, das ökologische und soziale Probleme verursacht. Wer nachhaltig handeln möchte, sollte seinen Konsum hinterfragen: Brauche ich dieses Kleidungsstück wirklich? Wo wurde es produziert? Und welche Alternativen gibt es?
Second-Hand-Mode, fair produzierte Kleidung und ein bewusster Umgang mit Ressourcen sind Schritte in die richtige Richtung. Denn nur durch verändertes Konsumverhalten kann langfristig ein Wandel in der Modeindustrie erreicht werden. Outlet-Center stehen hingegen für hemmungslosen Konsum.
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DIE OUTLET-LÜGE – Outlet-Ware auf dem Prüfstand (Doku WDR 05.07.2017) HD
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